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Mein Kind: auf der Ebene des Übernatürlichen vermagst du aus eigener Kraft nichts; aber wenn du Werkzeug Gottes bist, vermagst du alles: »Omnia possum in eo qui me confortat!« – Alles vermag ich durch Ihn, der mir Kraft gibt! In seiner Güte will der Herr sich untauglicher Werkzeuge bedienen, wie du und ich es sind.
Angesichts der scheinbar vorhandenen Unfruchtbarkeit deines Apostolates bedrängen dich die ersten Anzeichen einer Woge der Niedergeschlagenheit, auch wenn sich dein Glaube entschieden dagegenstemmt … Indes spürst du deutlich, dass du mehr Glauben brauchst, einen demütigen, lebendigen, tätigen Glauben.
Du, der du so sehr das Heil der Seelen wünschst, rufe wie der Vater jenes kranken, vom Teufel besessenen Jungen: »Domine, adiuva incredulitatem meam!« – Herr, hilf meinem Unglauben!
Zweifle nicht! Das Wunder wird sich von neuem ereignen.
Wenn dein ganzes Sein ein einziges beharrliches Gebet ist, wird dir Gott, unser Herr, die erforderlichen Mittel schenken, damit deine Arbeit wirksamer wird und zur Ausbreitung seines Reiches auf Erden beiträgt.
Eines jedoch tut not – treu bleiben und bitten, intensiv bitten … Meinst du, dass es bei dir so ist?
Sorge dich nicht, weil deine Arbeit jetzt unfruchtbar zu sein scheint. Wenn du Heiligkeit säst, geht die Saat nicht verloren. Andere werden einmal die Früchte ernten.
Der Geist der Armut – der Loslösung von irdischen Gütern – lässt das Apostolat wirksamer werden.
Eine Nächstenliebe, die die übernatürliche Wirk-samkeit des Apostolates beeinträchtigt, ist eine falsche Nächstenliebe.
Wenn du den Impulsen der Gnade treu entsprichst, wirst du Frucht bringen, bleibende Frucht zur Verherrlichung Gottes.
Heiligkeit bringt Wirksamkeit mit sich, auch wenn der Heilige die Früchte selbst weder sieht noch erntet.
»Qui sunt isti, qui ut nubes volant, et quasi columbae ad fenestras suas?« Wer sind die, die her-anfliegen wie Wolken, wie Tauben zu ihrem Schlag, fragt der Prophet. Ein geistlicher Autor schreibt dazu: »Die Wolken gehen aus dem Meer oder aus den Flüssen hervor, sie nehmen ihren Weg und kehren nach unterschiedlich langer Zirkulation zu ihrem Ursprung zurück.«
Ich füge hinzu: So musst du sein, gleichsam eine Wolke, deren Niederschlag in den Wüsten der Welt das Leben Christi hervorsprossen lässt. Die Erde, vom göttlichen Regen benetzt, wird bis ins Innerste von ihm durchtränkt werden. Unbefleckt vom irdischen Schmutz wird er durch alle Erdschichten hindurchsickern und Quellen klaren Wassers hervorbringen. Aus ihnen werden Bäche und gewaltige Ströme entstehen, die den Durst aller Menschen stillen. Danach zieh dich in die Geborgenheit zurück, in das unendliche Meer der Liebe deines Gottes, da du weißt: Von deinem Apostolat benetzt und von den göttlichen Gewässern fruchtbar gemacht, wird die Erde immerfort Früchte tragen – bis zum Ende der Zeiten.
Nicht selten gehen fünfzig Prozent der apostolischen Anstrengungen durch innere Zwistigkeiten verloren, die ihre Wurzeln im Mangel an Liebe und in Klatsch und Gerede unter Brüdern haben. Weitere fünfundzwanzig Prozent verliert man durch das Errichten von Bauten, die für das Apostolat überflüssig sind.
Dulden wir niemals Klatsch, vergeuden wir nicht unsere Zeit mit zu vielem Bauen - dann wird jeder einzelne durch und durch, zu hundert Prozent, Apostel sein.
»Dominus dabit benignitatem suam et terra nostra dabit fructum suum.« – Der Herr spendet seinen Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag.
In der Tat, der Segen Gottes ist der Ursprung jeder guten Frucht und schafft die Voraussetzungen dafür, dass in unserer Welt Heilige erstehen können, Männer und Frauen Gottes.
»Dominus dabit benignitatem« – der Herr spendet seinen Segen. Aber bedenke, dann heißt es weiter, dass Er von dir und von mir »Fruchtbarkeit« erwartet, nicht Früchte, die wegen mangelnder Hingabe dürftig oder verkümmert sind; Er erwartet reichlichen Ertrag, weil er uns reichlich segnet.
Deine Berufung erscheint dir wie die Kapsel, die den Samen birgt. Die Zeit der Ausbreitung wird kommen, da die Samenkörner an vielen Orten zur gleichen Zeit Wurzeln schlagen werden.
Wenn du zu Zeiten allgemeiner Verwirrung laut zu Gott für die Seelen der Menschen betest – Seelen, die doch Ihm gehören! –, mag es scheinen, als hörte Er dich nicht, als wäre er taub für dein Rufen. Dir kommt sogar in den Sinn, deine apostolische Arbeit sei ganz umsonst.
Mach dir keine Sorge! Arbeite weiter mit unverminderter Freude, mit ungebremstem Schwung und Eifer. Lass es mich noch einmal sagen: Wenn wir für Gott arbeiten, dann ist nichts unfruchtbar!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/10852/ (07.05.2026)