Nur diese Aphorismen anzeigen
Manche Menschen tun nur das, was ausschließlich in ihren Händen liegt, in den Händen gebrechlicher Geschöpfe … und vergeuden ihre Zeit. So wiederholt sich – wortwörtlich – die Erfahrung des Petrus: »Praeceptor, per totam noctem laborantes nihil cepimus!« – Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.
Sie arbeiten »auf eigene Kappe«, ohne Einheit mit der Kirche. Aber welchen Sinn kann ein solches Apostolat ohne die Kirche haben?
Sie müssen einsehen, dass sie, auf sich selbst gestellt, nichts ausrichten können. Hilf du ihnen, die Fortsetzung jenes Abschnitts des Evangeliums zu hören: »In verbo autem tuo laxabo rete« – im Vertrauen auf Dein Wort will ich das Netz auswerfen. Dann wird der Fischfang reichlich und erfolgreich sein.
Wie wohlgefällig ist es in den Augen Gottes, die eigenen Absichten zu läutern, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – eine apostolische Arbeit »auf eigene Kappe« betrieben hat.
Wer katholisch denkt und fühlt, verspürt auf seinen Schultern die Sorge für die ganze Kirche, nicht allein für diesen oder jenen Bereich in ihr. Das schließt ein, dass unser Bittgebet großzügig die ganze Welt von Norden bis Süden und von Osten bis Westen umfassen muss.
Von daher erscheint dir der Stoßseufzer – ein Stoßgebet – jenes Freundes, als er die Lieblosigkeit so vieler Menschen gegenüber der Kirche sah, verständlich: Mich schmerzt die Kirche!
Bitte Gott darum, dass in der heiligen Kirche, unserer Mutter, die Herzen aller – wie zur Zeit der Urchristen – als ein einziges Herz schlagen, damit das Wort der Schrift sich bis zum Ende der Zeiten wirklich erfülle: »Multitudinis autem credentium erat cor unum et anima una«, die Gläubigen waren ein Herz und eine Seele.
Ich meine das sehr ernst. Du darfst diese heilige Einheit nicht verletzen. Betrachte dies in deinem Gebet!
Er kam auf die Erde, um die ganze Welt zu erlösen – »omnes homines vult salvos fieri«.
Bei deiner Arbeit Schulter an Schulter mit so vielen Menschen erinnere dich immer daran: es gibt keine Seele, die Christus gleichgültig wäre.
Bete für die ganze Welt, für die Menschen aller Rassen, aller Sprachen, aller Religionen, für alle, die nur ein dunkles Gefühl für eine höhere Macht besitzen, und für alle, die den Glauben nicht kennen.
Dieser Hunger nach Seelen ist ein unzweideutiger, offensichtlicher Erweis unserer Liebe zu Jesus und wird bewirken, dass Er zu uns kommt.
Wie glänzten ihre Augen, als sie vom Apostolat in fernen Ländern hörten … Es schien, als wären sie bereit, den Ozean mit einem Sprung zu überwinden. In der Tat – die Welt ist sehr klein, wenn die Liebe groß ist.
Wenn ein Christ begreift, was katholisch sein heißt, und es in seinem Leben zu verwirklichen sucht, wenn er die Dringlichkeit einsieht, die Frohe Botschaft des Heils allen Menschen zu verkünden, dann weiß er, wie der Apostel lehrt: er muss allen alles werden, um alle zu retten.
Nicht selten gehen fünfzig Prozent der apostolischen Anstrengungen durch innere Zwistigkeiten verloren, die ihre Wurzeln im Mangel an Liebe und in Klatsch und Gerede unter Brüdern haben. Weitere fünfundzwanzig Prozent verliert man durch das Errichten von Bauten, die für das Apostolat überflüssig sind.
Dulden wir niemals Klatsch, vergeuden wir nicht unsere Zeit mit zu vielem Bauen - dann wird jeder einzelne durch und durch, zu hundert Prozent, Apostel sein.
Mein Kind! Alle Meere dieser Welt sind unser. Wo der Fischfang am schwierigsten ist, dort ist er am nötigsten.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/10884/ (07.05.2026)