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Es gibt 7 Nummer in «Im Feuer der Schmiede» deren Stichwort lautet Apostolat → Recht und Pflicht.

Viele fragen sich, und es klingt wie eine Selbstrechtfertigung: Warum soll gerade ich mich in das Leben anderer Menschen einmischen?

Weil dein Christsein dich dazu verpflichtet, damit du ihnen dienen kannst!

Weil Christus sich auch in dein und in mein Leben eingemischt hat!

Wie gut passen die Worte des heiligen Ambrosius auf die Kinder Gottes: Er spricht von dem Fohlen, das mit einer Eselin angebunden ist und das der Herr braucht für seinen feierlichen Einzug in Jerusalem: »Nur ein Befehl des Herrn konnte es befreien. Die Hände der Apostel banden es los. Um dazu ausgesandt zu werden, bedarf es einer besonderen Lebensweise und einer besonderen Gnade. Sei auch du Apostel, damit du die Gefesselten befreien kannst.«

Lass mich auf diesen Text zurückkommen: Wie oft werden wir auf Jesu Geheiß die Fesseln der Seelen zu lösen haben, weil der Herr diese Seelen zu seiner Verherrlichung brauchen will! Alles in uns muss eines Apostels würdig sein – die Hände, die Taten, das ganze Leben … Dann wird uns Gott auch die Gnaden eines Apostels schenken, um die Ketten der Gefangenen zu sprengen.

Alle anständigen Berufe können und sollen geheiligt werden. Daher hat kein Sohn, keine Tochter Gottes das Recht, zu sagen: Hier ist mir eine apostolische Arbeit unmöglich.

Sei dir deiner Pflicht bewusst, auf die Menschen zuzugehen, die in deiner Nähe sind. Du sollst sie aufrütteln und ihrem bequemen, engen und egoistischen Dasein weite Horizonte öffnen; du sollst ihnen auf eine liebenswerte Art »das Leben schwer machen« und sie befähigen, sich selbst zu vergessen und für die Sorgen der anderen offener zu sein.

Sonst bist du kein guter Bruder deiner Menschenbrüder. Denn sie brauchen das »gaudium cum pace«, die Freude und den Frieden, die sie vergessen oder vielleicht nie gekannt haben.

Auch ich hatte niemals daran gedacht, dass Gott mich einmal derart fest an sich ziehen würde, wie Er es dann getan hat. Aber – lass es mich wiederholen – Er bittet uns nicht vorher um Erlaubnis, unser Leben sozusagen durcheinanderbringen zu dürfen. Er mischt sich in unser Leben ein … und fertig!

Wir, die wir die Wahrheit Christi im Herzen tragen, müssen diese Wahrheit den anderen näherbringen, sie ihrem Verstand und ihrem Herzen einprägen. Alles andere wäre Bequemlichkeit, verkehrte Strategie!

Erinnere dich noch einmal! Hat dich Christus etwa um Erlaubnis gebeten, um in deine Seele einzudringen? Wohl hattest du die Freiheit zur Nachfolge, aber Er selbst war es, der dich suchte, weil es Ihm so gefiel.

Erschrick nicht! Als Christ hast du das Recht und die Pflicht, in den Seelen die heilsame »Krise« auszulösen, dass sie vor Gott leben.

Verzeichnis der Schriftstellen
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