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Es gibt 52 Nummer in «Im Feuer der Schmiede» deren Stichwort lautet Nächstenliebe → Liebe zu Gott und den Menschen.

Mein Gott, wie ist es möglich, dass ich ein Kruzifix sehe und nicht weine – aus Schmerz und aus Liebe?

Welch tiefe Hochachtung und Ehrfurcht, wie viel Anteilnahme müssen wir für jede einzelne Seele empfinden, wenn wir bedenken, dass Gott sie als sein Eigentum liebt!

Der Herr hat sich nicht darauf beschränkt, uns bloß zu sagen, dass Er uns liebt. Er hat es uns mit seinen Werken, mit seinem ganzen Leben bewiesen. – Und du?

Ich höre nicht auf, es dir immerfort zu wiederholen, damit es sich tief in deine Seele einprägt: sei fromm, sei wirklich fromm! Denn wenn du dich gegen die Liebe verfehlst, so geschieht dies nicht, weil du einen schlechten Charakter hättest, sondern weil dein inneres Leben kümmerlich ist.

Sei jeden Tag von Herzen bereit, dir freudig und unauffällig das Leben ein wenig »sauer« zu machen, um den anderen zu dienen und ihnen das Leben angenehm zu machen.

Das ist die Art wahrer Liebe Christi.

Wir müssen Gott lieben, denn das Herz ist für die Liebe geschaffen. Wenn wir es nicht in reiner Hinwendung Gott darbringen, unserer Mutter Maria, unseren Mitmenschen, dann rächt es sich und wird zum Fäulnisherd.

Um an jenem Morgen die in dir aufsteigende Mutlosigkeit zu überwinden, versuchtest du, wie jeden Tag, intensiv zu beten … Aber diesmal sprachst du mehr mit deinem Schutzengel. Du machtest ihm Komplimente und batest ihn, er solle dich lehren, Jesus zu lieben … wenigstens so, wie er Ihn liebt … Und langsam wurdest du ruhig und sicher.

Deine Nächstenliebe sollte von Freude, Zartgefühl und Festigkeit geprägt sein, von tiefer Menschlichkeit, die das Ewige im Blick behält; von herzlicher Zuneigung, die dich jedem Menschen liebevoll und mit aufrichtiger Freundlichkeit zuwenden lässt und die die Denkweise und Gefühle der anderen zu verstehen weiß.

Wenn du also sanft und fest zugleich bist, ohne an deiner Lebensweise oder an der Glaubenslehre Abstriche zu machen, wird dir die Liebe Christi den Schwung verleihen, Menschen für Ihn zu gewinnen. Jeden Tag wirst du dich mehr danach sehnen, zum Wohl deiner Mitmenschen zu arbeiten.

Der Herr hat seine Arme weit ausgebreitet: Er bittet dich um das Almosen einer beständigen Liebe.

Begnüge dich nicht damit, zum Heiligen Geist, deinem Beistand, nur zu sprechen. Höre auf Ihn!

Betrachte in deinem Gebet, wie das Leben der geistlichen Kindschaft, das dir die Tiefe deines Daseins als Kind Gottes erschloss, dich mit kindlicher Liebe zum Vater erfüllt hat; betrachte auch, wie du zuvor durch Maria zu Jesus gelangtest, den du brennend liebst wie ein Freund, wie ein Bruder, wie ein Liebhaber, der du ja bist …

Nun hörst du meinen Rat und merkst, dass du bis jetzt die Einwohnung des Heiligen Geistes in deiner Seele wohl begriffen, dich die Realität dieser Gegenwart aber noch nicht »ergriffen« hatte. Dir fehlte das, was ich dir gerade als Anregung zu geben versuchte. Jetzt empfindest du in dir die Liebe selbst; du suchst den Umgang mit Ihm und wünschst, Ihm Freund und Vertrauter zu sein … du möchtest es Ihm leichtmachen, in dir manches abzuschleifen, auszureißen, zu entzünden …

Dann wieder der Gedanke: Aber ich kann das nicht! – Ich sage es noch einmal: Höre auf Ihn! Er wird dir Kraft geben. Er wird alles in dir wirken, wenn du nur willst … und du willst doch!

Bete zu Ihm: Du göttlicher Gast meiner Seele, Du Lehrer, Licht, Lenker, Liebe: Gib, dass ich lerne, Dich freudig aufzunehmen, auf Deine Unterweisung zu hören, mich entflammen zu lassen, Dir zu folgen, Dich zu lieben.

Um dich Gott zu nähern, um dich zu Gott zu erheben, benötigst du die breiten, weiten Schwingen des Gebetes und der Sühne.

Willst du die Routine bei den mündlichen Gebeten meiden, versuche sie mit derselben Liebe zu sprechen, die zwei Verliebte in ihr erstes persönliches Gespräch hineinlegen … und sprich sie zugleich so, als ob sie die letzte Gelegenheit wären, dich an den Herrn zu wenden.

Wenn du eine Art »heiligen Stolz« empfindest, Sohn oder Tochter Unserer Lieben Frau zu sein, dann frage dich: Wie steht es mit den täglichen, von morgens bis abends nie aussetzenden Äußerungen meiner Liebe zu Maria?

Zwei wichtige Gründe gibt es für mich, sagte jener Freund, weshalb ich an den Samstagen und an den Tagen vor großen Marienfesten meiner Unbefleckten Mutter Wiedergutmachung leisten möchte.

Der zweite ist: An den Sonntagen und Festtagen der Mutter Gottes – häufig sind es Volksfeste – spielt für die Leute das Beten kaum noch eine Rolle, vielmehr wird Gott durch vielerlei größere oder kleinere Sünden und Anstößigkeiten öffentlich beleidigt. Man braucht sich nur umzusehen, um das festzustellen.

Der erste Grund aber ist: Wir, die wir gute Kinder unserer Mutter sein wollen, sind – vielleicht auf Betreiben des Teufels – an diesen Tagen, die doch dem Herrn und seiner Mutter gewidmet sind, nicht aufmerksam genug.

Du weißt, dass diese Gründe leider weiterhin aktuell bleiben, damit auch wir Sühne leisten.

Das Gebet des Christen – so habe ich es immer verstanden – ist liebevolles Gespräch mit Jesus, das nicht verstummen darf, auch wenn wir weit von jedem Tabernakel entfernt sind. Denn unser ganzes Leben gleicht einem durch und durch menschlichen Liebeslied, das sich an Gott richtet …. und lieben können wir immer.

So sehr liebt Gott seine Geschöpfe, und so sehr sollten wir seine Liebe erwidern, dass bei der Feier der heiligen Messe eigentlich alle Uhren stehen bleiben müssten …

Die Reben, die mit dem Weinstock verbunden sind, bringen reife Frucht.

Was sollen wir – du und ich – tun? Durch das Brot und durch das Wort mit Jesus Christus, der unser »Weinstock« ist, eng verbunden bleiben … und den ganzen Tag über Ihm Worte der Liebe sagen. So verhalten sich Verliebte.

Liebe den Herrn sehr. Bewahre in deiner Seele diese Sehnsucht, Ihn zu lieben. Nähre sie! Liebe Gott, gerade jetzt, da Ihn einige, die Ihn in ihren Händen halten, nicht lieben, Ihn misshandeln, Ihn ignorieren.

Geh mit dem Herrn zart um, feinfühlig – in der Heiligen Messe und den ganzen Tag hindurch.

Das Gebet ist die mächtigste Stütze für den Christen. Das Gebet verhilft uns zur Wirksamkeit. Das Gebet macht uns glücklich. Das Gebet verleiht uns die nötige Kraft, um Gottes Gebote erfüllen zu können.

Glaube mir! Dein ganzes Leben kann und muss Gebet sein.

Persönliche Heiligkeit! Das ist kein Hirngespinst, sondern die konkrete Realität, die Gott und den Mitmenschen zum Mittelpunkt hat und die sich immerfort, jeden Tag aufs Neue, in Taten der Liebe bewahrheitet.

Der Geist des Gebetes, der das ganze Leben Jesu Christi unter den Menschen beseelte, lehrt uns, dass das Gebet all unseren Werken – seien sie bedeutend oder nicht – vorangehen, sie begleiten und absichern muss.

Lebe deinen Glauben, voll Freude und ganz nahe bei Jesus Christus. Liebe Ihn wirklich – aber wirklich, verstehst du? Dann wirst du – weil du jeden Tag verliebter bist – eine der Hauptpersonen im großen Abenteuer der Liebe Gottes sein.

Sage dem Meister mit Bedacht: Herr, ich will nur Dir dienen! Ich will nur meine Pflichten erfüllen und Dir mit verliebtem Herzen dienen! Lass mich Deinen festen Schritt an meiner Seite spüren. Sei Du mein einziger Halt!

Sag es Ihm mit Bedacht … und ganz ehrlich.

Du bist Christ – also darfst du keiner Hoffnung und keiner Not deiner Mitmenschen den Rücken kehren!

Wie eindringlich predigte der Apostel Johannes das »mandatum novum«, das neue Gebot! – »Liebet einander!«

Ich würde vor euch auf die Knie fallen – das wäre keine Pose, mein Herz verlangt wirklich danach! – und euch um der Liebe Gottes willen bitten, dass ihr einander liebt, einander helft und die Hand reicht und euch gegenseitig zu vergeben versteht.

Darum: Weg mit dem Hochmut! Habt Mitgefühl füreinander! Habt Liebe zueinander! Helft euch gegenseitig durch das Gebet und durch aufrichtige Freundschaft.

Du kannst nur dann gut sein, wenn du die Tugenden und guten Eigenschaften deiner Mitmenschen wahrzunehmen vermagst.

Ist es also einmal nötig, jemanden zurechtzuweisen, dann tu es in Liebe, im passenden Augenblick und ohne zu demütigen … und mit der Bereitschaft, das, was du am anderen korrigierst, selbst zu lernen und dich so zu bessern.

Dein Streben und dein Tun sollen der Liebe entspringen, einer Liebe, die keine Grenzen kennt und niemanden ausschließt; denn es ist die Tugend, die uns als Jünger des Meisters kennzeichnet.

Diese Liebe darf dich jedoch nicht dazu führen – sie wäre keine Tugend mehr –, die Glaubensinhalte zu entschärfen, ihre Konturen abzuschleifen und sie – wie manche es gerne hätten – soweit zu verharmlosen, dass aus dem Ganzen ein undefinierbares Etwas ohne die Kraft und Wahrheit Gottes würde.

Mit allen auskommen, alle verstehen, Bruder deiner Menschenbrüder sein. Wie der spanische Mystiker sagt: Bring Liebe dorthin, wo es keine Liebe gibt – und du wirst Liebe ernten!

Wenn Kritik erforderlich ist, übe sie in positiver Weise: kameradschaftlich, ermutigend – und niemals hinter dem Rücken des Betroffenen …

Alles andere wäre ein Hintergehen des Nächsten, Klatsch, üble Nachrede, vielleicht sogar Verleumdung … und auf jeden Fall ein Mangel an Redlichkeit!

Schweige nicht, wo die Ehre Gottes und das Wohl der Kirche von dir fordern, dass du redest.

Mache dir klar: Wer wäre vor Gottes Angesicht und im Blick auf die ewige Seligkeit nicht tapfer? Du hast nichts zu verlieren, viel hingegen zu gewinnen! Also – warum bist du feige?

Wenn wir aus Furcht, Menschen unserer näheren Umgebung könnten unser Verhalten missdeuten und unerfreulich reagieren, den geraden Weg nicht mehr gehen wollen, dann sind wir schlechte Brüder unserer Brüder …

Gott liebt mich … Der Apostel Johannes schreibt: »Wir wollen Gott lieben, weil Er uns zuerst geliebt hat.« – Und mehr noch! Jesus richtet an jeden von uns, trotz unserer unleugbaren Schwächen, die gleiche Frage, die er an Petrus richtete: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?« …

Es ist an der Zeit zu antworten: »Herr, Du weißt alles; Du weißt, dass ich Dich liebe.« Und in Demut fügen wir hinzu: Hilf mir, Dich immer mehr zu lieben! Lass mich in der Liebe wachsen!

Liebe den Herrn leidenschaftlich! Liebe Ihn bis zur Torheit! Denn dort, wo Liebe herrscht – so wage ich zu sagen –, sind gute Vorsätze nicht einmal nötig. Meine Eltern – du denke jetzt an deine eigenen – hatten keine Vorsätze nötig, um mich zu lieben … und wie verausgabten sie sich jeden Tag, um mich die kleinen Zeichen ihrer Liebe spüren zu lassen!

Mit der ganzen Menschlichkeit unseres Herzens können und sollen wir Gott lieben.

Der heilige Paulus nennt uns einen Weg zur feinfühligen Nächstenliebe: »Alter alterius onera portate et sic adimplebitis legem Christi«, einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Hältst du dich in deinem Leben daran?

Frage dich oft: Bemühe ich mich gegenüber denen, die mit mir zusammenleben, um mehr Takt und Zartgefühl in der Nächstenliebe?

Ich gebrauche keine rhetorische Floskel, wenn ich dazu mahne, dass wir wie ein Teppich sein sollen, auf dem die anderen weich auftreten können. Das ist ganz und gar ernst gemeint.

Es ist schwer, gewiss, wie die Heiligkeit schwer ist; aber zugleich ist es auch leicht, weil – das betone ich immer wieder – heilig zu werden in jedermanns Reichweite liegt.

Inmitten von soviel Egoismus und soviel Gleichgültigkeit – jeder ist nur mit sich und seinen Angelegenheiten beschäftigt! – fallen mir die hölzernen Eselchen ein, die auf meinem Schreibtisch traben, willig und kräftig … Eines hat ein Bein verloren, aber es stützt sich auf die anderen, und so kann es weitertrotten.

Die brüderliche Zurechtweisung, deren Wurzeln im Evangelium zu finden sind, ist ein Freundschaftserweis im Zeichen des Glaubens und ein Beweis von Vertrauen.

Sei dankbar, wenn du sie empfängst, und unterlasse es nicht, sie denen zu erteilen, die mit dir zusammen sind.

Wenn eine Zurechtweisung nötig und einfach Pflicht ist, müssen wir uns dennoch bewusst sein, dass sie weh tut – dem, der sie empfängt, und dem, der sie erteilt.

Das darf dir aber nie als Vorwand dienen, um ihr aus dem Wege zu gehen.

Sieh in jedem Menschen, dem du begegnest, eine Seele – eine Seele, die Hilfe, Verständnis und Anteilnahme braucht und die durch dich Heil erfahren soll.

Ein Heiliger ist für viele Menschen und ihre Art zu leben »unbequem«. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass er deshalb unausstehlich sein müsste.

Sein Eifer soll niemals bitter, seine Zurechtweisung niemals verletzend sein; und sein Beispiel darf niemals wie eine arrogante, moralische Ohrfeige für den Nächsten sein.

Gib deiner Nächstenliebe ein freundliches Gesicht! Das Lächeln auf deinen Lippen – taktvoll und spontan, auch dann, wenn dir im Herzen zum Weinen zumute ist – darf niemals fehlen. So dienst du allen ohne Vorbehalt.

Als Christ kannst du, innerhalb der Grenzen von Dogma und Moral, in allem, was dich betrifft, nachgeben, aus ganzem Herzen nachgeben … aber in allem, was Jesus Christus gehört, ist nachgeben unmöglich.

Sei ein Mensch, der aus der Eucharistie lebt!

Wie viele Früchte der Heiligkeit und des Apostolates wirst du ernten, wenn dein ganzes Denken und Hoffen auf den Tabernakel gerichtet ist!

Besuche oft – und sei es auch nur im Geiste, mit dem Herzen – den Herrn im Tabernakel. Das schenkt dir Sicherheit und Ruhe; aber du wirst auch spüren, dass du geliebt wirst … und Du wirst selbst Liebe schenken.

Jesus! Das unendliche Meer Deiner Liebe möge mein armes Herz durchfluten, seine Brandung mich ganz von meinem Elend reinigen und befreien … Ergieße die reinen, stürmischen Wasser Deines Herzens in mein Herz, das sich nach Deiner Liebe sehnt. Und wenn mein Herz Deine brennende Liebe nicht mehr zu fassen vermag, wird es zerspringen – aus Liebe sterben! Der lebendigmachende, fruchtbare Strom Deiner Liebe wird sich dann in andere Herzen ergießen, und auch sie werden die Kraft der göttlichen Fluten erfahren und glauben und lieben.

Keine Seele – keine einzige Seele! – darf dir gleichgültig sein.

Ein Jünger Christi wird niemals denken: »Ich strenge mich schon an, gut zu sein; was die anderen betrifft … sollen sie meinetwegen zur Hölle fahren, wenn sie es so wollen.«

Eine unmenschliche Einstellung, weder mit der Liebe zu Gott noch mit der Liebe zum Nächsten vereinbar.

Ich war froh, dass du mich verstanden hattest. Ich hatte dir gesagt: Du und ich müssen handeln, leben und sterben als Verliebte. Nur so werden wir ewig leben.

Denke daran, wie angenehm Gott, unserem Herrn, der Weihrauch ist, der Ihm zu Ehren verbrannt wird; bedenke auch, welch geringen Wert die irdischen Dinge besitzen; denn kaum haben sie begonnen, sind sie schon vergangen.

Im Himmel dagegen erwartet dich eine große Liebe; sie kennt weder Verrat noch Betrug: die Liebe selbst, alle Schönheit, die ganze Fülle, alles Wissen …! Und ohne Überdruss; sie sättigt, ohne satt zu machen.

Für den, der liebt, gibt es keine Hölle!

Wie gut ist es, aus Gott zu leben! Wie gut ist es, nichts anderes zu wollen als seine Ehre!

Verzeichnis der Schriftstellen
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