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»Aure audietis, et non intelligetis: et videntes videbitis, et non perspicietis.« Es sind klare Worte des Heiligen Geistes: mit ihren eigenen Ohren hören sie, und sie verstehen nicht; mit ihren eigenen Augen sehen sie, und sie nehmen nichts wahr.
Warum bist du bedrückt, wenn so mancher, der das apostolische Werk »sieht« und seine Großartigkeit erkennt, sich trotzdem nicht hingeben will? Du bete in Ruhe und harre auf deinem Weg aus! Für die, die ihn nicht mitzugehen wagen, werden andere kommen!
Pflicht eines jeden Christen ist es, den Frieden und das Glück überallhin auf Erden zu tragen: ein Kreuzzug der Seelenstärke und der Freude, der auch stumpfe und verderbte Herzen wachzurütteln und wieder Gott zuzuwenden vermag.
Hör mir gut zu und sag es weiter: Christentum ist Liebe. Der Umgang mit Gott ist ein beglückendes Zwiegespräch. Die Sorge um die anderen – das Apostolat – ist kein Luxusartikel, keine »elitäre« Beschäftigung …
Nachdem du das weißt, kannst du dich unbändig freuen, weil dein Leben einen ganz anderen Sinn bekommen hat. Und sei konsequent!
Der wirklich liebende Eifer für die Seelen findet immer gute Menschen – und einen bereiten Boden. Nein, du kannst dich nicht herausreden!
Sei ganz sicher: Auch hier gibt es viele, die deinen Weg begreifen können; Menschen, die – bewusst oder unbewusst – Christus suchen und Ihn nicht finden. Aber: »Wie sollen sie von Ihm erfahren, wenn niemand Ihn verkündigt?«
Sag mir nicht, dass du auf dein inneres Leben achtest, wenn du dich nicht unermüdlich einem intensiven Apostolat widmest: Der Herr – und du versicherst mir ja, dass du seine Nähe suchst – will, dass alle Menschen zum Heil gelangen.
Nicht alle Staatsbürger gehören dem stehenden Heer an. Aber wenn es zum Kriege kommt, stellt sich jeder zur Verfügung … Und der Herr hat gesagt: »Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.«
Das Leben in der heutigen Welt ist so hektisch, dass die christliche Nächstenliebe zu einer Art Ausnahmeerscheinung geworden ist, obwohl man Christus – zumindest verbal – weiterhin verkündet …
Ich gebe das zu. Aber – was tust du selbst, der du ja als katholischer Christ mit Ihm eins sein und seinen Fußstapfen folgen sollst? Hat Er uns doch geboten, seine Lehre überall zu verbreiten, bei allen Menschen – bei allen! – und zu allen Zeiten.
Es ist für dich ein großes Glück gewesen, wahren Lehrern und echten Freunden begegnet zu sein, die dich mit Hingebung in allem unterwiesen, was immer du auch hast wissen wollen. Du musstest keine besonderen Winkelzüge anwenden, um dir gleichsam ihr Wissen zu »rauben«, denn immer haben sie dir den gangbarsten Weg gezeigt, den sie selbst vielleicht erst nach harter, mühsamer Arbeit entdeckt hatten … Jetzt ist es an dir, ebenso zu handeln: an diesem, an jenem – an allen!
Die Welt hat es dringend nötig, dass wir die Eingeschlafenen aufwecken, den Ängstlichen Mut machen, den Verunsicherten Orientierung geben. Mit einem Wort: dass wir alle in den Dienst Christi rufen, damit sie nicht weiter ihre Kräfte vergeuden.
Bekümmert und auch ein bisschen abgestoßen, sagst du mir: »Ich kenne Leute, die haben nicht einmal die Kraft, um Hilfe zu rufen …« – Geh nicht an ihnen vorbei! Dein Wille, dich zu retten und sie zu retten, kann zum Ausgangspunkt ihrer Bekehrung werden. Und wenn du recht überlegst, wirst du bemerken, dass auch dir sich einmal eine helfende Hand entgegenstreckte …
Du läufst große Gefahr, dich mit der Einstellung eines »braven Jungen« zufriedenzugeben, der in einem ordentlichen, problemlosen Zuhause lebt – oder meint leben zu sollen –, in dem nur die »Gemütlichkeit« regiert.
Diese Vorstellung aber ist ein Zerrbild vom Leben im Haus zu Nazareth. Weil Christus das Glück und die innere Ordnung mit sich brachte, zog er aus, um die Menschen aller Zeiten an diesem Reichtum teilhaben zu lassen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10849/ (08.05.2026)