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Das Pfingstwunder besteht darin, dass alle Wege dieser Erde ihre göttliche Weihe erhalten. Nie darf es dahingehend missverstanden werden, dass nur einem einzigen Weg – auf Kosten der anderen Wege – ein Monopol oder eine ausschließliche Wertschätzung zukäme.
Pfingsten: das ist die unbeschreibliche Vielfalt der Sprachen, der Umstände, der mannigfachen Formen, in denen wir Gott begegnen – keine aufgezwungene Gleichförmigkeit.
»Ich war«, schreibt jemand, »sozusagen ein Einzelkämpfer im Krieg. Ich durchstreifte das Gebirge und focht nur dann, wenn es mir behagte. Später habe ich gedacht, dass ich mich doch in die reguläre Truppe einreihen sollte. Ich begriff, dass Kriege leichter von einer richtigen, disziplinierten Armee gewonnen werden. So ein armer Einzelkämpfer kann eben nicht ganze Städte einnehmen oder die Welt erobern … Also hängte ich meine altmodische Flinte an den Nagel – und jetzt bin ich gut ausgerüstet. Freilich, ich weiß wohl, dass ich mich nicht mehr im Gelände unter einem schattigen Baum hinlegen kann, um davon zu träumen, wie ich ganz allein den Krieg gewinne.«
Gesegnet sei die Disziplin, gesegnet sei die Einheit unserer heiligen Mutter, der Kirche.
Aufgebracht fragtest du mich: Warum müssen Atmosphäre und Einrichtungen apostolisch arbeitender Zentren hässlich, ungepflegt … und so praxisfern sein? – Und dann sagtest du noch: Außerdem ist es ja auch keineswegs billiger!
Mir erschien dein Unmut sehr verständlich. Und ich überlegte, dass Jesus ja alle ansprechen und an sich ziehen wollte: Arme und Reiche, Gelehrte und Ungebildete, Frohe und Traurige, Alte und Junge … Wie liebenswert ist Er! Wie viel natürliche und übernatürliche Anziehungskraft Er hat!
Du sollst dich mit deinen Brüdern eng verbunden wissen in der Gemeinschaft der Heiligen. Verteidige furchtlos diese wunderbare Einheit!
All das Gute, das du erstrebst, wäre zum Scheitern verurteilt, bliebst du dabei allein! Ein versprengtes Schaf ist fast immer ein verlorenes Schaf.
Immer ist es in der Geschichte so gewesen, dass Menschen sich zusammentun, um eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen und ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Sollte etwa den Männern und Frauen von heute das »einzige Ziel«, die ewige Glückseligkeit, weniger wert sein?
Lebendige Nächstenliebe heißt, die Denkweise der anderen zu respektieren, sich über ihren persönlichen Weg zu Gott zu freuen, ohne darauf zu bestehen, dass sie denken wie du oder sich dir anschließen.
Als Erläuterung dazu sagte ich dir: Diese verschiedenen Wege verlaufen parallel. Jeder erreicht Gott, indem er seinen Weg geht. Vergleiche oder Vermutungen darüber, welcher Weg der bessere ist, sind müßig. Das einzig Wichtige ist, dass wir alle das Ziel erreichen.
Es gehört zur Taktik des Tyrannen, die Zwietracht unter denen zu fördern, die vereint ihn stürzen könnten. Auch der Teufel und seine Helfer gebrauchen diese alte List, wenn sie apostolische Initiativen zunichte machen wollen.
Wer Gegner auch dort sieht, wo es nur Brüder gibt, der verleugnet sein Christsein.
Mache es dir zur Gewohnheit, stets taktvoll über Dinge und Menschen zu sprechen, und ganz besonders dann, wenn diese Menschen im Dienste Gottes arbeiten.
Wo das nicht möglich ist – schweige! Denn auch schroffe und allzu ungehemmte Bemerkungen grenzen bisweilen an üble Nachrede oder Diffamierung.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10884/ (08.05.2026)