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Christus lebt im Christen. Der Glaube sagt uns, dass der Mensch im Zustand der Gnade vergöttlicht ist. Wir sind Menschen, keine Engel, Geschöpfe aus Fleisch und Blut, mit einem Herzen und voll Leidenschaften, voll Freude und voll Schmerz. Doch die Vergöttlichung wirkt sich auf den ganzen Menschen aus als Vorwegnahme seiner glorreichen Auferstehung. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.6
Das Leben Christi ist unser Leben, getreu der Verheißung an die Apostel beim Letzten Abendmahl: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.7 Der Christ muss daher leben gemäß dem Leben Christi, muss fühlen wie Christus, so dass er mit dem heiligen Paulus ausrufen kann: Non vivo ego, vivit vero in me Christus8, nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/es-cristo-que-pasa/103/ (08.05.2026)