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Christus, Fundament des christlichen Lebens
Ich wollte, wenn auch nur kurz, an einige Aspekte des Lebens Christi erinnern – Iesus Christus heri et hodie, ipse et in saecula9 –, denn hier ist das Fundament des ganzen christlichen Lebens. Wenn wir uns umschauen und den Verlauf der Menschheitsgeschichte betrachten, sehen wir manchen Fortschritt. Die Wissenschaft hat dem Menschen ein deutlicheres Bewusstsein seiner Macht gegeben. Die Technik beherrscht die Natur besser als in früheren Zeiten, und sie gestattet der Menschheit den Traum von einer höheren Kultur, einem größeren Wohlstand und einer stärkeren Einheit.
Vielleicht möchten einige ein nuancierteres Bild haben und darauf hinweisen, dass die Menschen heute mehr noch als früher unter Ungerechtigkeit und Krieg leiden. Es stimmt. Aber über solche Gedanken hinausgreifend möchte ich lieber daran erinnern, dass in der religiösen Dimension der Mensch Mensch bleibt und Gott Gott. Hier ist der Gipfel des Fortschritts schon erreicht: Christus, Alpha und Omega, der Anfang und das Ende.10
Im geistlichen Leben gibt es also keine neue, künftige Epoche mehr. Alles ist schon in Christus gegeben, der starb und auferstand und lebt und für immer bleibt. Doch es ist nötig, sich mit Ihm im Glauben zu vereinigen und sein Leben in uns offenbarwerden zu lassen, damit man sagen kann, dass jeder Christ nicht nur alter Christus ist, sondern ipse Christus, Christus selbst.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/es-cristo-que-pasa/104/ (08.05.2026)