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Die berufliche Arbeit ist auch Apostolat, denn durch sie bietet sich die Gelegenheit, sich um andere Menschen zu kümmern, ihnen Christus zu offenbaren und sie als Folge der Liebe, die der Heilige Geist in die Seelen eingießt, zu Gott unserem Vater zu führen. Paulus schreibt den Ephesern, als er sie auf ihr neues Verhalten, das ihrer Bekehrung folgen muss, hinweist: Der Dieb soll nicht mehr stehlen, vielmehr soll er sich abmühen und mit seinen Händen etwas verdienen, damit er den Notleidenden davon geben kann.16 Die Menschen brauchen das irdische Brot, das sie am Leben erhält, und sie brauchen das himmlische Brot, damit ihre Herzen Licht und Wärme empfangen. Und ihr könnt und müsst dieses Gebot des Apostels durch eure Arbeit und durch alles, was sie begleitet – Initiativen, Gespräche, Begegnungen –, konkrete Wirklichkeit werden lassen.
Wenn wir in diesem Geist arbeiten, wird unser Leben, trotz aller Einschränkungen unseres irdischen Daseins, wie ein Vorgeschmack auf die himmlische Herrlichkeit, auf die Gemeinschaft mit Gott und seinen Heiligen sein: Liebe, Hingabe, Treue, Freundschaft, Freude. Und ihr werdet in eurer beruflichen Arbeit – so gewöhnlich, so alltäglich – den greifbaren und wertvollen Stoff finden, der euch erlaubt, euer Leben ganz und gar christlich zu leben und die Gnade, die von Christus kommt, wirken zu lassen.
Glaube, Hoffnung und Liebe werden so wirksam werden in dieser eurer auf Gott ausgerichteten beruflichen Arbeit. Was darin an Ereignissen, Begegnungen und Sorgen ist, wird euer Gebet nähren. Im Bemühen, in eurer alltäglichen Arbeit zu bestehen, werdet ihr dem Kreuz begegnen: eine für den Christen wesentliche Erfahrung. Eure Schwachheit und eure Misserfolge, die jedes menschliche Streben begleiten, werden euch mehr Wirklichkeitssinn, mehr Demut und mehr Verständnis für die anderen geben. Die Erfolge und die Freuden werden euch zur Dankbarkeit bewegen und zu der Einsicht führen, dass ihr nicht für euch allein lebt, sondern für die anderen und für Gott.
Eph 4, 28.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/es-cristo-que-pasa/49/ (07.05.2026)