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Es gibt 34 Nummer in «Die Spur des Sämanns» deren Stichwort lautet Apostolat.

Während wir miteinander sprachen, betrachteten wir auf der Landkarte jenen Erdteil. Im Gedanken an die Menschen dort sagtest du mit leuchtenden Augen und voll innerer Ungeduld: Kann es denn sein, dass jenseits dieser Meere die Gnade Christi unwirksam bleibt?

Dann gabst du dir selber die Antwort: In seiner unendlichen Güte will Er sich fügsamer Werkzeuge bedienen.

Du fühlst sicher Mitleid mit ihnen … Du möchtest ihnen zurufen, dass sie ihre Zeit vergeuden … Warum sind sie so blind und nehmen das nicht wahr, was du – ein armer Mensch – gesehen hast? Wieso entscheiden sie sich nicht für das Beste?

Bete und bringe Opfer für sie. Und dann – das ist deine Pflicht! – wecke sie einzeln und erkläre ihnen – ebenfalls jedem einzelnen! –, dass auch sie, ohne ihren Standort in der Gesellschaft zu verlassen, einen göttlichen Weg finden können, wie du ihn gefunden hast.

Du hast mit viel Schwung begonnen. Aber dann wurdest du allmählich kleinmütig … Wenn dein Horizont sich weiter so verengt, wirst du dich am Ende noch in dein kümmerliches Schneckenhaus verkriechen.

Dein Herz soll immer mehr wachsen in der Sehnsucht, Menschen zu Gott zu führen: Von hundert Seelen interessieren uns alle hundert.

Danke dem Herrn dafür, wie zärtlich Er dich behandelt, väterlich und mütterlich zugleich.

Du hast schon immer von großartigen Abenteuern geträumt – nun hast du dich auf ein wunderbares Unternehmen eingelassen, das dich heilig macht.

Ich wiederhole es dir: Danke Gott dafür mit einem apostolischen Leben.

Wenn du dich in deine apostolische Aufgabe stürzt, halte dir vor Augen, dass es dabei immer darum geht, die Menschen glücklich, sehr glücklich zu machen: Die Wahrheit ist von der echten Freude nicht zu trennen.

Menschen verschiedener Länder und Rassen, aus unterschiedlichen Lebensumständen und Berufen … Wenn du mit ihnen über Gott sprichst, verspürst du hautnah den menschlichen und übernatürlichen Wert deiner Berufung als Apostel. Es ist, als ob du das Wunder jener ersten Verkündigung der Jünger Christi in seiner vollen Wirklichkeit abermals erlebtest: Die Botschaft von einem neuen Weg, verkündet in einer fremden Sprache, wird von jedem Hörer in seiner Muttersprache verstanden und dringt in die Tiefe seines Herzens.

Und du begreifst, dass das Geschehen von einst wiederum Wirklichkeit wird: »Parther, Meder und Elamiter …« – sie alle haben sich voller Freude Gott genähert.

Hör mir gut zu und sag es weiter: Christentum ist Liebe. Der Umgang mit Gott ist ein beglückendes Zwiegespräch. Die Sorge um die anderen – das Apostolat – ist kein Luxusartikel, keine »elitäre« Beschäftigung …

Nachdem du das weißt, kannst du dich unbändig freuen, weil dein Leben einen ganz anderen Sinn bekommen hat. Und sei konsequent!

Natürlichkeit, Aufrichtigkeit, Freude: Das sind unentbehrliche Voraussetzungen für einen Apostel, um Menschen anzuziehen.

Einfacher konnte die Art nicht sein, wie Jesus die ersten Zwölf rief: »Komm und folge mir nach!«

Dir, der du nach so vielen Ausreden suchst, um diese Aufgabe nicht weiterführen zu müssen, ist die folgende Erwägung wie auf den Leib geschrieben: Der rein menschliche Bildungsstand jener Ersten war recht gering – und doch: wie sehr rüttelten sie ihre Zuhörer auf!

Vergiss mir das eine nicht: Weiterhin ist Er es, der die Arbeit tut – durch jeden einzelnen von uns …

Die Berufung zum Apostolat – Gott ist es, der sie schenkt. Aber du darfst nie darin nachlassen, um dieses Geschenk zu ringen, im Gebet, durch Abtötung, Studium oder Berufsarbeit, mit Freundschaft und gläubiger Zuversicht, kurz, mit deinem inneren Leben!

Wenn ich mit dir vom »Apostolat der Freundschaft« spreche, dann meine ich eine persönliche Freundschaft, die opferfreudig ist und aufrichtig: eine Freundschaft von Du zu Du, von Herz zu Herz.

Im Apostolat der Freundschaft und des Vertrauens ist der erste Schritt das Verstehen, das Dienen … und eine heilige Festigkeit in der Glaubenslehre.

Erfasse Tag für Tag tiefer die apostolische Dimension deiner christlichen Berufung! Vor zwanzig Jahrhunderten hat Er sein Wahrzeichen – das Kreuz – aufgerichtet, damit sich unter ihm alle sammeln, die redlichen Herzens sind und fähig zu lieben. Und Er will, dass wir das – genau das! – den Menschen verkünden. Kannst du dir denn einen noch drängenderen Ruf vorstellen als das »Ignem veni mittere in terram!« – Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen? Und demgegenüber die Tatsache, dass zweieinhalb Milliarden Menschen Christus noch nicht kennen …

»Hominem non habeo« – ich habe keinen Menschen, der mir hilft. Das könnten – leider! – viele Menschen sagen, deren Seele krank und wie gelähmt ist – und die doch Gott und den Nächsten dienen können … und dienen sollen.

Herr, lass mich niemals gegenüber den Seelen gleichgültig bleiben!

Hilf mir, ein neues Pfingsten zu erflehen, das die Erde von neuem entzündet.

»Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.«

Immer klarer sehe ich, Herr, dass die Bande des Blutes, wenn sie nicht von deinem liebeglühenden Herzen verwandelt werden, für die einen ein dauerndes Kreuz bedeuten; für die anderen Quelle mehr oder minder direkter Versuchungen, in der Beharrlichkeit nachzulassen; für wieder andere Ursache einer vollständigen Unwirksamkeit; und für alle Hindernis, das der Ganzhingabe entgegensteht.

Die Pflugschar, die den Acker umbricht und in ihm die Furchen zieht, sieht weder den Samen noch die Frucht.

Nachdem du dich entschieden hast, entdeckst du jeden Tag Neues. Du erinnerst dich an gestern, als du dich immer wieder fragtest: »Und wie ist es hiermit … und wie steht es damit …?«, um dann in deinen Zweifeln oder in deinen Enttäuschungen herumzustochern.

Jetzt findest du immer die richtigen Antworten – immer gut begründet und klar. Und wenn sie sich auf eine deiner manchmal naiven Fragen beziehen, dann kommt dir in den Sinn: »So muss Jesus mit den ersten Zwölf umgegangen sein.«

Berufungen, Herr, mehr Berufungen! Mir ist es gleich, ob die Saat meine war oder die eines anderen. – Du, Jesus, hast gesät … mit unseren Händen! – Ich weiß nur, dass Du uns reife Früchte verheißen hast: »Et fructus vester maneat!« – und eure Frucht soll bleiben!

Sprich klar und deutlich! Behaupten sie, dass du sie »einfangen« willst, antworte, dass du das natürlich willst. Aber sie können ganz unbesorgt sein; denn wenn sie keine Berufung haben – das heißt: wenn Er sie nicht ruft –, werden sie nicht kommen. Und wenn sie eine Berufung haben – ist es nicht beschämend, am Ende dazustehen wie jener junge Mann aus dem Evangelium: allein und traurig …?

Deine Aufgabe als Apostel ist groß und schön. Du befindest dich im Schnittpunkt von Gnade und Freiheit; und du bist anwesend, wenn sich im Leben so mancher Menschen das herrlichste aller Wunder ereignet: ihre Begegnung mit Christus.

Man könnte geradezu meinen, sagte jemand, dass ihr alle, jeder und jede, einzeln ausgewählt seid …

So ist es!

Sieh es doch ein! Du musst dir eine gründliche Bildung aneignen. Denn eine Fülle von Menschen wird auf uns zukommen, und sie werden fragen, konkret und auch fordernd: »Gut. Was also ist zu tun?«

Ein wirksames Rezept für deine apostolische Arbeit: Konkrete Pläne, und zwar nicht von einer Woche zur anderen, sondern von heute auf morgen und von jetzt auf gleich …

Es ist wahrhaftig ein Trauerspiel, wie Leute, die Christus hassen, und solche, die Ihm zu dienen vorgeben, Arm in Arm marschieren – zwar getrennt durch ihre unterschiedlichen Motivationen, aber einig in der Bekämpfung der Christen, der Kinder Gottes.

In einigen – vornehmlich intellektuellen – Kreisen meint man bisweilen die Steuerung durch gewisse sektiererische Gruppen geradezu mit Händen greifen zu können. Immer geht es darum, die Kirche, bestimmte Personen oder Institutionen zu verdächtigen. Mit zynischer Beharrlichkeit und ganz unbekümmert um Wahrheit und Logik werden so Verleumdungen wachgehalten und weiterverbreitet. Manchmal beteiligen sich auch Katholiken daran.

Bete jeden Tag voller Glauben darum, »Ut inimicos« – denn so nennen sie sich selbst! – »Sanctae Ecclesiae humiliare digneris, te rogamus audi nos!« – Demütige Du, o Herr, die, die Dich verfolgen, mit der Klarheit Deines Lichtes, das auszubreiten wir entschlossen sind.

Der katholische Glaube sei veraltet und deshalb nicht mehr annehmbar … Noch älter ist die Sonne, und sie hat nicht an Licht verloren; noch urtümlicher ist das Wasser, und es stillt nach wie vor den Durst und erfrischt.

Selbst eine sogenannte »gute Absicht« rechtfertigt nicht die Verfälschung der Geschichte oder Wirklichkeit des Lebens. Aber es wäre ganz und gar verfehlt, die Feinde der Kirche, die ihr ganzes Leben ihrer Verfolgung gewidmet haben, auf ein Podest zu erheben.

Sei ganz sicher: Die historische Wahrheit nimmt keinen Schaden, wenn du dich als Christ nicht an der Errichtung solcher Podeste beteiligst. Wir brauchen sie nicht. Seit wann errichtet man dem Hass Denkmäler?

Christliches Apostolat hat es nicht nötig, Gräben aufzureißen oder Menschen, die die Wahrheit Christi nicht kennen, schlecht zu behandeln. Ein Verächter des Glaubens kann sich am Ende noch – von seinem Irrtum enttäuscht – ehrlich und von Herzen bekehren, wenn wir ihm mit Liebe begegnen: »Caritas omnia suffert!« – Die Liebe erträgt alles!

Ausgeschlossen aber bleibt, unter der Parole einer angeblichen »Weite des Denkens« in den wesentlichen Fragen des Glaubens selbst nachzugeben; denn eine solche falsche Toleranz birgt die Gefahr, sich außerhalb der Kirche zu stellen. Statt anderen zu helfen, schadet man sich selbst.

Christentum ist immer nonkonformistisch; es passt sich der Welt nicht an. Das ist vielleicht sein »größter Nachteil« und das Banner derer, die von der Welt »besessen« sind.

Manche Menschen wissen nur darum nichts von Gott, weil noch nie jemand in einer verständlichen Weise mit ihnen darüber gesprochen hat.

Wo du mit rein rationalem Denken nicht weiterkommst, da erbitte die »heilige Pfiffigkeit«, um deinen Mitmenschen mehr und wirksamer dienen zu können.

Glaub mir: Das Apostolat, die Katechese – sie müssen kapillar sein: jeder einzelne Gläubige mit seinem unmittelbaren Nächsten.

Uns, die wir Christus dienen wollen, interessieren alle Menschen, weil jeder einzelne uns interessiert!

Stell dich unter den Schutz Unserer Lieben Frau, der Mutter des guten Rates, damit aus deinem Mund niemals ein Wort kommt, das Gott beleidigt.

Verzeichnis der Schriftstellen
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