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Es kam für ihn der Augenblick der schweren Prüfung – da suchte er dich verzweifelt auf.
Erinnerst du dich noch? Ihm – dem Freund, der dir »kluge« Ratschläge gab – war deine Verhaltensweise absurd erschienen; sie entstamme einer geistigen Verbildung, dein Wille sei vereinnahmt – und dergleichen »scharfsinnige« Erkenntnisse mehr …
Dann hatte er sein Urteil gefällt: »Dieses Sich-Gott-Hingeben ist Folge einer anormalen Überspanntheit des religiösen Gefühls«. In seine Pseudologik verfangen, meinte er, zwischen dich und deine Familie sei ein Fremder getreten: Christus.
Jetzt hat er begriffen, was du ihm so oft wiederholtest: dass Christus niemals Seelen auseinanderreißt
Du fühlst sicher Mitleid mit ihnen … Du möchtest ihnen zurufen, dass sie ihre Zeit vergeuden … Warum sind sie so blind und nehmen das nicht wahr, was du – ein armer Mensch – gesehen hast? Wieso entscheiden sie sich nicht für das Beste?
Bete und bringe Opfer für sie. Und dann – das ist deine Pflicht! – wecke sie einzeln und erkläre ihnen – ebenfalls jedem einzelnen! –, dass auch sie, ohne ihren Standort in der Gesellschaft zu verlassen, einen göttlichen Weg finden können, wie du ihn gefunden hast.
Wenn du dich in deine apostolische Aufgabe stürzt, halte dir vor Augen, dass es dabei immer darum geht, die Menschen glücklich, sehr glücklich zu machen: Die Wahrheit ist von der echten Freude nicht zu trennen.
Ein wirksames Rezept für deine apostolische Arbeit: Konkrete Pläne, und zwar nicht von einer Woche zur anderen, sondern von heute auf morgen und von jetzt auf gleich …
Manchmal wollen sie nicht verstehen: Sie sind wie verblendet … Aber andere Male bist du es, der es nicht fertigbringt, sich verständlich zu machen: Arbeite in diesem Punkt an dir!
Mit der Gnade Gottes und einer gründlichen Bildung kannst du dich den Ungebildeten verständlich machen … Aber sie werden dir kaum folgen, wenn dir die »Sprachengabe« abgeht, das heißt, wenn du nicht imstande bist oder dich zumindest darum bemühst, ihre Auffassungsgabe zu treffen …
Jeden Tag wirst du »vernarrter« in diese Arbeit … Man merkt, dass du an Selbstsicherheit und an Gelassenheit im Auftreten gewinnst. Du weißt eben, dass du für Christus arbeitest.
Schon die Heilige Schrift hat es verkündet: »Vir fidelis, multum laudabitur« – ein getreuer Mann wird viel gelobt werden.
Gewalt ist kein geeignetes Mittel, um jemanden zu überzeugen … und schon gar nicht, wenn es um apostolisches Wirken geht.
Du bist noch jung und stehst erst am Anfang deines Weges. Höre meinen Rat: Für Gott ist das Beste, das wir geben können, gerade gut genug; deshalb habe von Anfang an den festen Willen, in deinem Beruf hervorragend zu sein. Dann wirst du deine Einsichten überzeugender weitergeben können.
Wo du mit rein rationalem Denken nicht weiterkommst, da erbitte die »heilige Pfiffigkeit«, um deinen Mitmenschen mehr und wirksamer dienen zu können.
Glaub mir: Das Apostolat, die Katechese – sie müssen kapillar sein: jeder einzelne Gläubige mit seinem unmittelbaren Nächsten.
Uns, die wir Christus dienen wollen, interessieren alle Menschen, weil jeder einzelne uns interessiert!
Benimm dich so, als ob die Atmosphäre an deinem Arbeitsplatz von dir allein abhinge. Es soll eine Atmosphäre der Arbeitsamkeit und der Freude sein, geprägt vom Bewusstsein der Gegenwart Gottes und von der Sicht des Glaubens.
Ich verstehe deine Schlaffheit nicht. Da stößt du auf eine Gruppe von Kollegen, die im Umgang etwas schwieriger sind – vielleicht hast du dich längere Zeit nicht um sie gekümmert –, und gleich gehst du ihnen aus dem Weg, drückst dich und hältst sie für nichts weiter als Ballast, der deinem Apostolat hinderlich ist, weil sie unfähig sind, dich zu verstehen.
Aber wie sollen sie dir Gehör schenken, wenn du ihnen zwar gerne hilfst mit deinem Gebet und deinem Opfer, aber nicht mit ihnen sprichst?
Wie viele Überraschungen wirst du erleben, wenn du dich einmal dazu entschließt, mit dem … und dem … und diesem dritten ernsthaft Kontakt zu pflegen! Außerdem: Wenn du deine gegenwärtige Einstellung nicht änderst, werden sie allen Grund haben, einst mit dem Finger auf dich zu weisen und zu sagen: »Hominem non habeo!« – Ich finde keinen Menschen, der mir hilft!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10874/ (07.05.2026)